Jongleure mit Milliarden

oder: EFSF ist die Krankheit, nicht die Kur.

Heute wurde im Bundestag erneut dramatisch debattiert, und unsere opportunistische Kanzlerin bewies mal wieder, daß sie genau weiß, wie sie ihr Mäntelchen nach dem Winde dreht. Wie soll man es sonst nennen, wenn die Ansichten einer Partei innerhalb von ca. drei Wochen eine fast komplette Kehrtwende durchmachen?

Und trotzdem, als der Chef der Linken Gregor Gysi seine Argumente vorbrachte… haben sowohl die Herren der FDP als auch die „christlichen“ Parteiangehörigen kaum zugehört, sondern hauptsächlich untereinander getuschelt. Wahrscheinlich müssen sie sich hinterher die schriftliche Zusammenfassung gründlich durchlesen damit sie wissen, was sie bei ihrer nächsten Meinungsänderung zu berücksichtigen haben.

Der deutsche Anteil am Rettungsschirm soll 211 Milliarden betragen… also (sehr) grob gerechnet rund die Hälfte. Für ein kleines Land in einem Staatenbund ist das doch reichlich happig, die hilfsbedürftigen Verbündeten sind meist größer, wenn auch nicht immer so dicht besiedelt (oder gar industriell entwickelt).

Doch unsere Industrie,  ja… das ist ein eigenes Thema. Zunächst in der Wachstumsphase hat sie eine Menge Arbeitskräfte an sich gebunden und ausgebildet. Viele Hannoveraner zum Beispiel haben nie in ihrem Leben was anderes gelernt, als VWs zu bauen… oder die dazu benötigten Roboter zu reparieren. Ganze Familien sind praktisch spezialisiert darauf. Wenn dann die Automatisierung weiter zunimmt (oder die Werke ins billigere Ausland abwandern)… kriegen wir Arbeitslose, die erstmal umgeschult werden müssen, um woanders überhaupt Chancen zu haben. (Fachidiotentum auf unterster Ebene, aber das hatte der Herr Marx auch schon lange vorhergesehen… ganz ohne Kristallkugel.)

Und auf dem Rücken dieser kleinen Arbeiter lastet nun das Problem, die Gelder für den Rettungsschirm zusammenzukratzen, das hat Gregor Gysi heute schön deutlich dargelegt. Denn die Großindustriellen, die so lange wie die Made im Speck gelebt haben, brachten ihre Profite zu den Banken. Naja, und die Banken… den Rest kann ich mir glaubich sparen.

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